ES 64: Stadt Lorsch - Freilichtlabor Lauresham


Umfeld
Einsatzort der FÖJ-Stellen der Stadt Lorsch ist das Experimentalarchäologische Freilichtlabor Lauresham. Es gehört zur UNESCO Welterbestätte Kloster Lorsch (Träger: Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen) und befindet sich in Ortsrandlage von Lorsch (Südhessen) zentral zwischen Heidelberg und Darmstadt und inmitten der abwechslungsreichen Landschaft der Hessischen Bergstraße. Lorsch ist optimal an die Autobahnen A5 und A67 angebunden, verfügt über einen eigenen Bahnhof und gehört zum Nahverkehrsnetz der VRN.

Einsatzstelle
Als begehbares 1:1 Modell (4,1 ha Fläche) eines idealtypischen Herrenhofes des 8./9. Jahrhunderts wird im Freilichtlabor Lauresham versucht, dem Besucher die Lebenswirklichkeit der damaligen Menschen und das für das Verständnis der frühmittelalterlichen Gesellschaftsstruktur so wichtige Thema Grundherrschaft anschaulich näherzubringen. Zudem wird durch das Projekt ein Forum für die experimentalarchäologische Forschung geschaffen, um verschiedene handwerkliche und landwirtschaftliche Arbeitstechniken zu erproben.
Auf Grundlage aktueller Forschungserkenntnisse der Siedlungsarchäologie hat ein erfahrenes Handwerkerteam ein Gebäudeensemble von Wohn-, Wirtschafts-, Stall- und Speicherbauten sowie einer Kapelle errichtet. Hinzu kommen verschiedene landwirtschaftliche Nutzflächen (Wiesen, Äcker, Gärten) sowie die Haltung und Zucht dem mittelalterlichen Phänotyp entsprechender Nutztierrassen. Die Bewirtschaftung der Ackerflächen erfolgt hierbei unter anderem mit einem ausgebildeten Ochsengespann und authentisch rekonstruierten Arbeitsgeräten. Bei vielen der in Lauresham gehaltenen Nutztiere handelt es sich um alte und vom Aussterben bedrohte Rassen (z. B. Skudden, Pommerngänse, Deutsche Sperber), so dass vor Ort aktive Erhaltungszuchtarbeit geleistet werden kann.
Nicht zuletzt beteiligt sich das Freilichtlabor Lauresham auch an einem internationalen Forschungsprojekt zur Rückzüchtung des 1627 ausgestorbenen Auerochsen. Die gerade im Aufbau befindliche Zuchtherde soll bereits in diesem Jahr auf ausgesuchten Flächen der Gemarkung Lorsch in der Landschaftspflege und für die Naturentwicklung eingesetzt werden.

Aufgabengebiete der Teilnehmer/-innen
(Es stehen vier FÖJ-Stellen zur Verfügung.)
Die Tätigkeitsbereiche der FÖJ-Stellen sind vielseitig und je nach Interessenlage der Freiwilligen anpassbar. So gehören zu den möglichen Arbeitsbereichen die folgenden Tätigkeiten:
- Versorgung der Tiere
- landwirtschaftliche Tätigkeiten (Pflügen, Eggen, Heu- und Getreideernte etc.), u. a. mit Zugochsen
- Wiesen- und Weidepflege
- Vermehrung und Anbau alter und bedrohter Nutzpflanzen
- Unterstützung bei der Entwicklung und Durchführung naturpädagogischer Angebote
- Biotopschutz und –gestaltung (z. B. Nistkastenbau)
- Streuobstwiesenbetreuung
- Pflege und Pflanzung naturnaher Hecken
- Landschaftspflege (mit Hilfe unseres Hütehundes und durch den Einsatz unserer Schafe sowie der Zugochsen und Auerochsenrückzüchtungen)

Unterkunft und Verpflegung
Für Unterkunft und Verpflegung wird ein Ausgleich gezahlt. Witterungsangepasste, robuste Kleidung ist notwendig und muss mitgebracht werden, Arbeitsschutzschuhe werden gestellt.

Besonderheiten / Voraussetzungen
Bewerber/-innen sollten Freude an der Natur, an der praktischen Vermittlungsarbeit sowie ein Interesse an Landwirtschaft und am Umgang mit Tieren haben. Außerdem sollten die Bewerber/-innen körperliche Arbeit nicht scheuen und einigermaßen wetterfest sein. Ein Führerschein ist zumindest für eine der beiden FÖJ-Stellen unbedingt erforderlich.