Der FÖJ-Jahrgang 2020/21 stellt das FÖJ vor

Welche Erfahrungen haben die Teilnehmenden des Jahrgangs 2020/21 gemacht?
Was gefällt ihnen im FÖJ?
Was machen sie in ihrer Einsatzstelle und wie sieht es dort aus?
Was macht man auf den Seminaren?

Die Seminargruppen haben für Interessierte am FÖJ hier einiges vorbereitet...

Gruppe Mitte:


Gruppe West: Die Seminare:


Gruppe Ost: FÖJ - warum & wo?

Gruppe Ost hat eine Präsentation vorbereitet mit Eindrücken von der Arbeit auf den Einsatzstellen

Gruppe Süd: Video

Gruppe Nord: Video

Musik (Video): Scott Holmes music - Upbeat Party

Gruppe Nord: Schweine- und Rinderhaltung

Jeder kennt die große Zahl an verschiedenen Biosiegeln, die schnell auch mal für Verwirrung sorgen können. Sind die Kriterien der Siegel ausreichend und wie würde eine artgerechte Tierhaltung aussehen?

Rinder haben ein sehr ausgeprägtes Sozialverhalten. Es ist daher sehr wichtig, dieses bei einer artgerechten Tierhaltung zu berücksichtigen. Es sollte für die Tiere möglich sein, individuell Gruppen bilden zu können. Notwendig dafür ist, dass sie sich im Stall und auf der Weide frei bewegen können und somit die Anbindehaltung verboten werden sollte. Auch wenn sich Rinder gerne in Herden aufhalten, benötigen sie für ein stressfreies Leben genügend Abstand beim Liegen und Fressen zu ihren Artgenossen. In der konventionellen industriellen Massentierhaltung haben die Tiere zur Zeit 4,8 Quadratmeter zum Leben zur Verfügung. Ein Rind, das nach den Standards des EU-Biosiegels gehalten wird, hat mit acht Quadratmetern knapp doppelt so viel Lebensraum. In freier Wildbahn hingegen würden die Rinder am Tag 40 Kilometer Strecke zurücklegen. Für eine artgerechte Haltung bedeutet dies, dass eine weitläufige Weide auf jeden Fall zur Verfügung stehen muss und die Rinder möglichst viel Zeit mit dem Weidegang verbringen sollten. Doch auch in diesem Fall darf nicht vergessen werden, dass der Stall den Bedürfnissen der Tieren angepasst sein muss.

Ein wichtiger Punkt ist dabei der Untergrund. Die Laufställe der Rinder haben meist nur einen kahlen und kalten Betonboden. Es wäre für sie allerdings angenehmer, auf einem mit Stroh ausgelegten Boden zu stehen oder liegen. Außerdem fügt der Betonboden den Hufen einen erheblichen Schaden zu.

Die Wege sollten für die Rinder groß genug sein, sodass sie sich beim Vorbeilaufen nicht verletzen können und dabei genug Platz haben. Wenn ausreichend Platz zur Verfügung steht, können Rinder auch ihre Hörner behalten, die oft aufgrund der Verletzungsgefahr entfernt werden. Da sie zur Kommunikation, Hygiene und Temperaturkontrolle dienen, ist es jedoch besser, Kühen ihre Hörner zu lassen.
Bei der Haltung auf der Weide gibt es ebenfalls wichtige Aspekte die zum Wohlbefinden der Kühe zu beachten sind. Um eine gute Selbstpflege der Kühe zu gewährleisten, sind Vorrichtungen wie Kratzbürsten oder ein Baumstamm zum Kratzen sehr wichtig. Bäume stellen dabei auch ein wichtigen Schattenspender dar, denn während Rinder nicht kälteempfindlich sind, vertragen sie Hitze nur in geringen Maßen.

Die Schweinehaltung hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt.
Mastschweine leben nun eng zusammen in kleinen Ställen, ohne die
Möglichkeit, sich individuell zu entfalten.
Zudem können sie in ihrer Rotte kein natürliches Rangverhalten herstellen.
Somit sind Stress und Verletzungen vorprogrammiert.
In dieser konventionellen Schweinehaltung lebt ein ausgewachsenes
Schwein auf etwa 0,75m/2. Somit fallen Schlafplatz, Rückzugsort,
Waschmöglichkeiten und „Auslauf" auf diese Fläche zurück.
Die Schweinehaltung in der Bio-Landwirtschaft differenziert sich bezogen
auf die Grundbedürfnisse der Schweine: ein ausgewachsenes Schwein
zwischen 85-110kg lebt auf einer Fläche von insgesamt 2,3m/2, davon sind
1,3m/2 Stallfläche und 1m/2 Auslauf zu gewährleisten.